Zurück aus der Bretagne empfing uns Deutschland aus klimatischer Sicht kalt und unfreundlich. Während „unsere“ Kinder mit Sonnenbrand, Muscheln vom Atlantik und neuen Freundschaften im Gepäck vom Projekt „Europäische Klasse“ (07.-17.04.2001) zurückkehrten, konnten die Eltern, Omas, Opas und Geschwister nur von Schneetreiben während der Ostereiersuche in Deutschland berichten.
Das Ziel unserer Expedition rund ums Thema Meer war Sarzeau, ein kleines malerisches Fischerdörfchen direkt am Atlantik und unweit vom Golf von Morbihan.
Der Legende nach entstand der Golf von Morbihan, als Feen aus dem Wald von Brocélinde nach Süden gejagt wurden. Sie weinten so viel, daß ihre Tränen eine große Wasseransammlung bildeten, in die sie ihre Blumenkronen warfen. Die Blütenblätter schwammen davon und bildeten die geschätzten 365 Inseln.
Eine dieser Inseln ist Ile aux Moines. Sie war das Ziel an unserem 3. Tag und Ausgangspunkt einer aufregenden Schatzsuche, die erst am Abend und nach einer Vielzahl gelöster Rätsel ihr „süßes“ Ende fand.
Bereits am 1.Tag konnten sich die französischen und deutschen Kinder für die unterschiedlichen Projektgruppen zu den Themen „Leben im Meer“, „Navigation“ und „Gezeiten“ entscheiden: Auf Grundlage einfacher Experimente stimmten die Projektleiter die Kinder in die spezifischen Themen ein. Als Ergebnis der verschiedenen Projekttage konnten dann den erstaunten Eltern der französischen Kinder Mini-U-Boote, verschiedene Schiffsmodelle, ein nachgebauter Leuchtturm, Planetenmodelle zur Veranschaulichung der Wirkung von Sonne und Mond auf die Gezeiten, ein Gezeitenaquarium, ein Meeresaquarium mit Krabben, Garnelen, Aalen, Fischen, Muscheln und Anemonen sowie verschiedene Sammlungen von Muscheln, Schnecken und Meerespflanzen präsentiert werden.
Weitere Highlights waren der französische Tag mit bretonischen Tänzen, der deutsche Tag mit Ostereier suchen und bemalen und weiteren diversen Spielen rund um die deutsche Sprache sowie ein Ausflug zu Insel Belle- Ile mit dem Sommerhaus von Monèt, einem sehr hohem Leuchtturm und einer wildromantischen Steilküste inklusive beindruckender Strände. Zum Austerfest in Sarzeau, bei Spaziergängen am Atlantik, am Lagerfeuer mit Gesang und Knüppelkuchen oder beim allabendlichen Fußballspiel, es gab so viele Möglichkeiten, das Land, die Leute, ihre Sitten und Gebräuche, kurz und knapp die bretonische Kultur und die französische Sprache kennen zu lernen.
Die Rasselbande bedankt sich beim Freistaat Sachsen für die Förderung, bei allen Helfern im Hintergrund, bei den Teamern und Dolmetschern und vor allem bei allen Teilnehmern, für die wir diese Fahrt ausrichten durften.
PS: Gestern erhielten wir einen Anruf von einer Mutter, dessen Sohn nach unserer Reise beschlossen hat, Forscher und Entdecker zu werden! Was wollen wir noch mehr?!
Micha Lang (Teamer und Geburtstagskind während der Breatgne-Tour)
Dresden, d. 26.04.2001