„Hisst die Segel. Lichtet den Anker. Auf ins Abenteuer.“
So oder ähnlich ging’s los am 27.7.2004, als wir uns auf unser
Segelabenteuer in den Masuren begaben.
Um 18.00 schaukelt der Zug mit unseren 6 Berlinern und den 14
Sächsischen Spießgesellen auf und davon. Die Passkontrolle geht
problemlos über uns hinweg, erst um 23.00 erwartet uns ein vollzähliges
Schnellumsteigen mit Sack und Pack und der Aufgabe in 9 Minuten den
richtigen Zug und das richtige Schlafabteil zu finden. Auch das schaffen
wir, oder wie es zwei Teilnehmer sahen:
„Uns erwartete eine lange, nicht immer interessante Zugfahrt. Bei der
sich unsere Betreuer immer etwas einfallen ließen um uns bei Laune zu
halten.“
Also um 6.00 raus aus den Kojen zum zweiten großen Wechsel in Tczew -
Frühstück und Namensspiel auf Peron 2.
Um 13.15 erreichen wir den Campingplatz von Wegorszewo, 20 km vor der
russischen Grenze. Zitat: “Unsere schlechte Laune vom ewigen Zug fahren
war von der wunderschönen Landschaft wie weggeblasen“. Als letztes
Abenteuer des Tages stand das Kochen an, eine lange Geschichte, die sich
aber in den nächsten Tagen immer mehr zum Guten wandte.
Nach feierlicher Erarbeitung der Campregeln kriechen alle weit vor 0.00
in ihre Schlafsäcke und man kann einer Mischung aus Schnarchen,
Lagerfeuergesang und Technoparty lauschen – schöner Zeltplatz, schöner
Abschluss.
Die nächsten Tage sind dann voller Abwechslung. Bei gutem Wetter kommt
es zu ´ner Runde Wasserball nach eigenen Regeln und Volleyballspielen
auf höchstem Niveau…
Kreativ, wie wir sind, erschafft auch jedes Zelt seinen eigenen
Zeltgeist, um Dämonen zu vertreiben oder sie auch anzulocken, und wir
erfinden immer wieder neue Regeln für das Geländespiel am Abend. Nur die
Mücken halten sich da nicht ganz an unsere Vorgaben.
Zum großen Sporttag schallen merkwürdige Rufe über den Zeltplatz…
Ruf: Tigerenten- "Deine Mutti!!!!" und die Tigerenten-Zerstörer- "Let`s
begin, we will win!"
… aber für jeden stand auch hier der Spaß an erster Stelle. Zum
Abschluss geht’s wieder ins kalte Nass zur großen Wasserschlacht.
Bevor dann am Sonntag(2.8.) unser Segelabenteuer richtig startet, feiern
wir am Samstagabend noch ein kleines Grillfest – Knüppelteig für alle
und zum Abtrainieren den schwedischen Froschtanz gehopst ("A hoorikat...").
Unser erster Segeltag ist dann auch richtig schön sonnig, aber leider
auch richtig schön windstill. Auf den Booten versuchen wir uns an den
Fok-Schooten und an der Ruderpinne, fahren selbst Wendemanöver und
kleine Wettrennen, setzten uns auf den Bug oder lesen den anderen aus
der Bordlektüre vor. Fast tadellose An- und Ablegemanöver gibt es zur
Eispause am Kiosk und am Badestrand. Wieder im heimatlichen Hafen geht
es gleich noch mal ins Wasser, das Wetter ist wirklich fantastisch.
Doch schon der nächste Tag holt uns zurück in die Realität – Regen,
Regen, Regen und somit Karten spielen, Karten schreiben und lesen, so
manchem tat die Ruhe auch richtig gut. Und dann erst das leckere
Abendbrot – Weißer Borscht (selber verfeinert) und exotischer Obstsalat.
So gestärkt können wir uns am nächsten Tag bei mehr Wind noch mal hinaus
auf den See Mamry wagen und am übernächsten Tag unseren Aktivtag
einlegen – Kanu, Biken oder Surfen; jeder so, wie er will.
Am letzten Tag dann noch mal ordentlich den See und das Volleyballfeld
ausgenutzt und nachmittags Sachen gepackt – ja, es geht heimwärts. Das
große Grillen am Abend lässt nichts zu wünschen übrig – Hamburger vom
Grill, Schnittchen, Stockbrot, Bowle und zum Abschluss für jeden noch
ein Stück vom Regeltuch mit einem maßgeschneiderten Vers vom Zeltgeist
und was extra Süßen.
Am 6.8. geht’s dann schon um 5:00 los mit dem Tag, aber wir wissen ja:
„Auf einer langen Fahrt zurück, kann man sich bestimmt auch noch mal
ausruhen, obwohl…
Abenteuer gibt’s überall.“