An der wild-romantischen Küste entlang wandern, das Meer in der
Sonne glitzern sehen, grün bewachsene Hänge erklimmen, kleine
Dörfer erkunden und auf gemütlichen Landstrassen der Abendsonne
entgegenwandern- was kann schöner sein als Frankreich per Fuss
zu entdecken? Und tatsächlich stellten die Tage der Wanderung den
Höhepunkt unseres zehntägigen Aufenthalts in Frankreich dar.
Doch bevor wir zu dieser aufbrachen, verbrachten wir zwei Tage in einer
Herberge in der kleinen Hafenstadt Paimpol, welche uns mit Meer, Strand
und Crepes verwöhnte. Aber nicht nur Strandwanderungen und Volleyballspiele
gestalteten unsere ersten Tage, vielmehr regten Experimenten zu Albert
Einstein unsere grauen Zellen an. Mit Hilfe einer Batterie, Nägeln
und Draht einen Magneten herstellen, Strom erzeugen mittels einer Zitrone,
Münzen und Draht war gar nicht so einfach, wurde aber erfolgreich
und sehr einfallsreich (und natürlich unter Anwendung enormen Fachwissens
aber) bewerkstelligt.
Bald mussten wir unsere Wanderung vorbereiten, was wir mit Windrosen
zeichnen, Listen und Materialsuche vorbereiten. Dann ging es auch schon
bald los, zu unserer ersten Tagesetappe von fünfzehn Kilometern,
welche uns direkt an der Küste entlang führte. Unter strahlendem
Sonnenschein konnten wir am ersten Tag das Meer und die Küste genießen.
Trotz der wunderschönen Natur sind fünfzehn Kilometer aber
doch schon ziemlich lang und am Abend waren wir sehr froh, als wir unseren
Campingplatz erreichten. Dort mussten wir dann erst mal Zelte aufbauen,
Essen kochen und Feuer entfachen, was zusammen ziemlich schnell ging
(außer das Essen
) und uns einander vertrauter machte. Allmählich
wurden auch Sprachbarrieren überwunden und wir lernten uns mit
einem Kauderwelsch aus Deutsch, Französisch, Englisch, Tschechisch,
Händen und Füssen zu verständigen. Mit ein bisschen Übung
klappte das auch immer besser und so entstand eine ganz eigene Sprache
mit Codes die keiner verstand, der nicht ein paar Tage mit uns verbracht
hatte
In den nächsten Tagen legten wir eine Strecke von insgesamt 24
Kilometern zurück, lernten drei Campingplätze, einen netten
Hund sowie einen nicht so netten Ziegenbock, einmalig leckeres Dessert
aus Früchten und heißer Schokolade und natürlich viele
schöne Wanderwege kennen. Ein besonders schönes Erlebnis war
das Kajakfahren, was wir am letzten und vorletzten Tag unserer Wanderung
probierten. Viele kannten das Kajakfahren schon vom Paddeln auf der
Mecklenburgischen Seenplatte, doch auf dem Meer zu fahren war dann schon
etwas völlig anderes. Mit ein bisschen Übung und nach anfänglichen
Problemen waren auch alle einigermaßen soweit, dass wir hinaus
aufs glitzernde Meer paddeln konnten. Wirklich eine Erfahrung der besonderen
Art!
Das Kajakfahren stellte aber auch den Beschluss der Wanderung dar, da
wir ein paar Stunden später vom Bus wieder abgeholt und zurück
nach Paimpol gebracht wurden. Dort wartete bereits die nächste
Überraschung: in Paimpol fand das Fete de Chant de Marin, das Seemannsliederfest
statt, welches jedes Jahr mit buntgeschmückten Booten und traditionellen
Liedern gefeiert wird. So konnten wir, nachdem wir die französische
Landschaft erkundet hatten, die französische Kultur und landestypischen
Bräuche kennenlernen.
Doch bald war dieses Fest vorbei und es dauerte nicht mehr lange bis
wir unsere Taschen packen mussten, denn nach 10 Tagen Ferien ging es
dann wieder nach Hause. So warfen wir dann am 10.08. einen letzten Blick
auf das Meer, sogen ein letztes Mal die salzige Luft in unsere Nasen,
sagten ein letztes Au Re-voir und stiegen in den Bus, der uns zurück
nach Deutschland bringen würde.