Tagebuch (PDF - 9MB)
Am 2.8.09 fanden sich in Trent, einem kleinen verträumten Dorf im Herzen der Insel Rügen, Jugendliche im Alter von 9 bis 15 Jahren aus Deutschland und Frankreich zusammen, um gemeinsam 11 ereignisreiche Tage auf den Spuren von Störtebeker zu verbringen. Los gings mit jeder Menge Spiele zum gegenseitigen Kennenlernen und einem gigantischen Memory, bei dem die Kinder und Jugendlichen die Karten darstellen. Recht schnell wurden so sprachliche und zwischenmenschliche Barrieren genommen. Der nächste Tag stand ganz im Sinne von Störtebekers Bestreben nach Gerechtigkeit. Die Kinder und Jugendlichen diskutierten über die Rechte der Kinder. Zu Dritt, zu Zweit oder allein stellten sie ein Recht mimisch dar, welches die anderen erraten sollten. Darf Lisa den Brief von Anna einfach lesen? Muss Paula mit ihrem Bruder statt in die Schule wirklich Arbeiten gehen? Mit Eifer tauschten sich die Kinder und Jugendlichen anhand dieser Fallbeispiele aus, ob und warum sie es als Gerecht oder ungerecht empfinden. Verschiedene andere Gesichtspunkte von Gerechtigkeit wurden dann im Laufe der 11 Tage durch kleine Aktivitäten entdeckt: Was ist Kinderarbeit bedeutet Fairtrade? Zum krönenden Abschluss besuchten wir das Freilichttheater in Ralswieck, wo eines der Abendteuer von Störtebeker bestaunt wurde. Ein riesiges Abschlussfeuerwerk beendete unseren erlebnisreichen Tag und ließ auch zur eigentlichen Schlafensstunde die Müdigkeit vollkommen vergessen. Neben den Animationen zu Gerechtigkeit wurde auch das Thema Evolution spielerisch erkundet. Mit verbundenen Händen wurde ausprobiert ein Stück Klebeband von der Rolle zu schneiden oder ein Streichholz anzuzünden. All das um zu zeigen, dass wir mit unseren 10 Fingern wunderbar an unsere Umgebung angepasst sind. Mit der Jagd auf kleine und große Papierfrösche, versteckt in unserem großen Garten, befanden wir uns auf der Suche nach der Antwort warum die Giraffen einen langen Hals haben und befanden uns somit ganz in Darwins Zeiten. Auch haben wir kleine Experimente zum Thema Astronomie durchgeführt und neben einer Sternenkarte eine richtige Sonnenuhr gebastelt. Ein weiteres Highlight war unser deutscher und unser französischer Abend. Diese Abende wurden ganz allein von den Kindern und Jugendlichen gestaltet. Der deutsche Abend wurde ganz nach deutscher Sommertradition mit frischer Bratwurst vom Grill angestimmt. Danach folgten kleine Spiele und Sketche zu deutschen Gebäuden und Eigenheiten. Zum Abschluss wurde eine Horrorgeschichte inszeniert, die auch die folgenden Tage immer wieder für lachende Gesichter sorgte. Der französische Abend wurde mit leckeren selbstgemachten Crèpes begonnen. Wie gut das bretonische Jugendliche im Camp waren. Nach ihrem Rezept wurde ein Crèpe nach dem anderen zubereitet. Danach durften die deutschten Kinder typische französische Spiele kennenlernen und natürlich selbst ausprobieren. Zum Abschluss wurden alle Höhepunkte des Ferienlagers und die Betreuer von den französichen Jugendlichen in Form eines Theaterstücks bei Lagerfeuer und Knüppelkuchen allen Teilnehmern präsentiert. Da es Petrus eigentlich fast die ganze Zeit gut mit uns meinte, sind wir natürlich auch Baden gewesen und sind Fahrrad gefahren. Wir haben die wunderschöne Aussicht vom Kreidefelsen genossen und die Insel von ihrer schönsten Seite kennengelernt. Für die kleinen in unserer Gruppe war der Besuch bei Bauer Lange und seinem Bauernhof ein ganz besonderer Höhepunkt. Hier durfte alles angefasst und ausprobiert werden. Im Maislabyrinth zeigten alle Kinder einen Superorientierungssinn. Mit einem ausgiebigen Besuch der Hansestadt Stralsund, wo einkaufen, Meeresmuseum und Baden auf dem Programm stand, neigten sich die Ferienfreizeit so langsam dem Ende entgegen. Wieder einmal war es Zeit Abschied zu nehmen und zu sagen „ Auf Wiedersehen und Au Revoir“.